„Ich habe es nicht geplant, ich habe es einfach gemacht“

Mein Läuferjahr 2020 – ich schreibe diesen Bericht im Runners-High nachdem ich meinen ersten Marathon und einen Ultra in 6std an einem Tag gelaufen bin. Aber alles was ich hier schreibe stimmt!

Angefangen hat alles bei einem Neujahrstreffen mit Klaas und seinen Co-Trainern Achim und Knut bei Conny, der Teamärztin. Die Planungsgespräche für den bevorstehenden Marathonkurs, der im Januar 2020 begann, hat mich schon so begeistert, dass ich mich spontan für den Marathonkurs angemeldet habe.

Bis dahin war der Marathonkurs allein Klaas sein Ding gewesen und als seine Freundin habe ich mich immer eher im Hintergrund gehalten. Ihr wisst ja, wie das mit Frauen in den Kursen ihrer Männer so laufen kann 😉 

Doch neues Jahr neue Ziele, und da ich eh ein neues Laufziel aufstellen wollte war es der perfekte Zeitpunkt, um mit alten Glaubenssätzen aufzuräumen und mir den Kurs als Teilnehmerin anzuschauen.

Gemeinsam mit Oliver

Von Anfang an hat mich die anwenderfreundliche Webseite des Kurses begeistert. Alles klar erklärt – ein auf mich und mein Ziel abgestimmter Trainingsplan mit wöchentlichen Trainingsinhalten, ein toller Trainingsaufbau – sowohl in Theorie als auch Praxis.

Ja – man kann auch theoretisch laufen 🙂 oder auch Kniebeugen visualisieren…… Es mangelt nicht an Trainingsreizen und es gibt immer wieder Überraschungen.

Manche Trainingsläufe sind alleine zu absolvieren und manche zu den Trainingsterminen in der Gruppe.

Für mich war das alleine Laufen immer ganz wichtig. Muss ich mich doch niemandem anpassen, kann meinen Rhythmus laufen und einfach, wie und wann ich will, oder maximal noch wie mein Hund Buddy 😉

Das Laufen und Trainieren mit der Gruppe hat mir jedoch sehr schnell sehr viel Spass gemacht. Da sind Menschen, mit denen kann ich mich über meinen Rhythmus austauschen, meine Leidenschaft zu laufen, gemeinsam die Landschaft genießen und ab und zu auch über die Härte des Trainings stöhnen. Gemeinsam Laufen ist motivierend, heilsam und beglückend. Letzteres ist nach wie vor der wahre Grund warum ich laufe:
 

Es macht mich glücklich!

Das war dann auch das eigentliche Trainingsziel des ersten Kurses: Spaß beim Laufen zu haben und einen Halbmarathon in Freiburg mit einer Zielzeit von 2:10h zu vollenden. Dann kam Corona und damit die Absage aller Läufe.

Doch das hat mich nicht davon abgehalten meinen Halbmarathon am Wettkampftag mit einer Zielzeit von 2:06 in meinem Heimat-Run in Steinbach zu finishen. Klaas und Buddy haben mich an der Strecke unterstützt und angefeuert.

Es war ein ganz privates, feines Laufevent mit meinen Liebsten. Am Ende dieses Kurses und meines Laufes habe ich mich sehr gesund und fit gefühlt.

2:06 h in meinem Heimat-Run in Steinbach

Als Trainingsalternative hat Klaas das digitale Zirkeltraining ins Leben gerufen mit dem Ziel für uns alle gesund und fit zu bleiben. Die letzten Trainingseinheiten konnten im April nicht mehr live stattfinden, und so waren wir alle schnell digital verbunden.

Das hatte nicht nur den erwünschten Fitnesseffekt, sondern hat uns allen in diesen verrückten Zeiten einen Halt und geistigen Ausgleich geschenkt. Wir hatten die Möglichkeit soziale Kontakte zu halten und unserem neuen Alltag eine neue Konstante zu geben. Was das für meinen Laufstil für einen Effekt hatte machte sich nach den ersten 6 Wochen bemerkbar. Meine schmerzende Hüfte und Probleme im unteren Rücken verabschiedeten sich, dank aufbauender Muskulatur durch Übungen, die ich im Leben nicht alleine durchgeführt hätte. Wer macht schon gerne Bauchmuskeltraining, Liegestützen und Kniebeugen &Co………..?

Meine Körperhaltung hat sich nicht nur beim Laufen verändert, sondern auch nachhaltig in meinem sitzenden Arbeitsalltag.

Panoramaweg Baden-Baden
mit knapp 45km und 1500 Höhenmeter

Gesundheit, Vitalität und Fitness waren dann auch die allgemeinen Ziele für den Sommer-Marathonkurs, zu dem ich mich gerne wieder angemeldet habe. Die Läufergruppe ist mir inzwischen sehr ans Herz gewachsen und ich schätze den gegenseitigen Respekt und die Anerkennung aller untereinander sehr.

Mein eigentliches Ziel dieses Kurses – neben der Vitalität – ist das Laufen von neuen Höhenmetern und die Möglichkeit meine Heimat

Baden-Baden mit seinen schönen Wäldern und Bergen entspannt, laufend in der Gemeinschaft mit den anderen Laufverrückten zu erkunden.  So ist es dann gestern geschehen. Es war ein unbeschreibliches Erlebnis.

Diesem Ziel vorangegangen war ein weiteres Laufhighlight: das Trainingscamp in Yvoux mit 5 Läufen an einem Wochenende- 60km und über 1300hm. Wie verrückt muss man sein, so etwas machen zu wollen. Grenzen austesten, meinen Körper und meinen Geist weiterentwickeln, tolle Gemeinschaft erleben in einer wunderschönen Vogesenlandschaft.

Laufwelt Laufcamp  Yvoux (F) 2020

Durch das Training komme ich immer wieder an neue Grenzen, die sich nur in meinem Kopf befinden.
Ich mag es, das das Training für mich ist, wie eine Gleichung mit zwei Unbekannten: Mein Kopf und mein Körper!
Das Ergebnis ist jedes Mal eine Lösung – sprich ich erreiche das Ziel oder noch mehr.

Durch den Marathonkurs habe ich meine Ziele in diesem Jahr alle erreicht und meine Vorstellung davon was ich kann, bei Weitem übertroffen. Die Unterstützung der Trainer und deren Einschätzung von meiner Leistung haben mich zusätzlich motiviert. Denn es gibt nichts Schöneres, wie wenn dir jemand sagt, dass er an dich glaubt. Ich traue dir das zu!

Nie hätte ich für möglich gehalten, dass mein Körper und ich zu solchen Leistungen in nur einem Jahr in der Lage sind.

Nie hätte ich gedacht, dass ich tatsächlich mal einen Marathon laufen will, doch dieses Jahr, dieses Training und dieser Lauf gestern lassen keine andere Entscheidung zu. Ich habe mich gleich in Hamburg für den Marathon am 25. April 2021 angemeldet. 

                                                                    Nicht lange überlegt,  ich lauf einfach 😉

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